Auch in unserem Rechtsstaat kommt es vor, dass Kinder von Amts wegen aus ihren biologischen Familien entfernt werden. In der Regel geschieht dies zum Wohle der betroffenen Kinder, z. B. dann, wenn ein Jugendamt zu dem Schluß kommt, die Eltern würden sich nicht ausreichend um ihre Kinder kümmern und diesen drohe dadurch Gefah. Meistens leben diese Kinder dann bei Pflegefamilien und behalten den Kontakt zu ihrer Eltern. Es kommt aber auch vor, dass das Jugendamt eine Rückkher in die eigene Familie ausschließt. In diesen Fällen wird eine Adoption in die Wege geleitet, der die Eltern allerdings zustimmen müssen. Tun sie dies nicht, wird nicht selten diese Zustimmung von Amst wegen ersetzt und die Kinder trotzdem wegadoptiert.
Auch wenn viele das nicht gerne hören wollen, sprechen manche Betroffene – und nicht nur diese! – dann von ›Zwangsadoptionen‹, denn sie sehen oft ihre Lage anders. Die Beweggründe, warum dieser letzte der möglichen Auswege vom Jugendamt gewählt wird, ist Außerstehenden sicher nicht immer nachvollziehbar, weshalb die Emotionen bei derartigen Fällen besonders in den einschlägigen Foren hochkochen.
Meine Meinung: Wenn wir alle mehr Wert auf die Institution Familie legen würden, käme das alles viel seltener vor. Für mich ist kaum nachvollziehbar, warum Eltern erst Kinder in die Welt setzen und sich hinterher nicht richtig um sie kümmern. Verwahrlosung oder zu wenig Betreuung geht uns alle etwas an und wenn Nachbarn, Lehrer oder Kindergartenmitarbeiter Zeichen dafür wahrnehmen, sollten sie rechtzeitig die Augen noch mehr aufmachen und reagieren. Dabei sind sicher die ersten Ansprechpartner die Eltern selbst (z. B. Elternsprechstunde).